Baerbock nennt Ukraine bei Besuch in Irpin “ein sehr tapferes Land”

UN-Menschenrechtlerin: wohl Tausende tote Zivilisten in Mariupol +++ Verstärkte Kämpfe im Osten und Süden der Ukraine +++ Biden unterzeichnet Gesetz für Rüstungslieferungen an Ukraine +++ Die Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im stern-Ticker.

Tag 76 der russischen Invasion in der Ukraine: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock besucht als erstes Kabinettsmitglied von Kanzler Olaf Scholz die Ukraine. Im Süden und Osten des angegriffenen Landes werden derweil die Kämpfe heftiger. Und US-Präsident Joe Biden setzt eine Neuauflage des historischen Lend-Lease-Vertrags in Gang.

Die Meldungen zum Krieg in der Ukraine am Dienstag, 10. Mai:

13.39 Uhr: Kiew: Noch mehr als tausend ukrainische Soldaten im Asow-Stahlwerk

In dem von russischen Truppen belagerten Industriekomplex Asow-Stahl in Mariupol befinden sich nach Angaben der ukrainischen Regierung noch mehr als tausend ukrainische Soldaten. “Hunderte sind verletzt”, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk der Nachrichtenagentur AFP. Einige der Soldaten seien “schwer verletzt” und müssten “dringend” aus dem Stahlwerk herausgeholt werden, sagte Wereschtschuk. “Die Situation verschlimmert sich täglich.” 

Sie wies zudem Angaben von zwei örtlichen Behördenvertretern zurück, wonach sich noch rund hundert Zivilisten in dem Werk aufhalten sollen. “Das stimmt nicht”, sagte sie. Der Chef des Asow-Regiments habe gegenüber ukrainischen Regierungsvertretern und einem UN-Vertreter “offziell erklärt”, dass “kein Zivilist, keine Frau, kein Kind oder alter Mensch mehr in Asow-Stahl ist”. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

13.25 Uhr: Moskau: Grenzen von ostukrainischem Gebiet Luhansk erreicht

Knapp elf Wochen nach Kriegsbeginn sind die prorussischen Separatisten in der Ostukraine nach Militärangaben aus Moskau bis an die Verwaltungsgrenzen des Gebiets Luhansk vorgedrungen. Die Kleinstadt Popasna, die bis vor kurzem noch schwer umkämpft war, sei nun “gesäubert” von ukrainischen “Nationalisten”, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow. Russland hatte immer wieder erklärt, die Region Luhansk solle komplett der urkainischen Kontrolle entrissen werden.

Der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj bezeichnete diese Aussagen hingegen als “Fantasie”. Die ukrainischen Soldaten hätten sich zwar aus Popasna zurückziehen müssen, aber die Russen hätten die Verteidigung keinesfalls durchbrochen, schrieb er im Nachrichtendienst Telegram. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Notizblock

13.17 Uhr: UN-Menschenrechtlerin: wohl Tausende tote Zivilisten in Mariupol

In Mariupol sind nach Überzeugung der UN-Menschenrechtsbeauftragten in der Ukraine Tausende Zivilisten ums Leben gekommen. Matilda Bogner, Leiterin der Kommission, die die Menschenrechtslage in der Ukraine seit 2014 untersucht, sagte in Genf, bislang habe die Sicherheitslage es nicht erlaubt, die Fälle einzeln zu dokumentieren. Daran werde aber gearbeitet. “Mariupol ist das große schwarze Loch”, sagte Bogner. “Wir gehen davon aus, dass es dort Tausende Tote gab, Zivilisten, die wegen der Kämpfe umgekommen sind.”

13.01 Uhr: Baerbock nennt Ukraine “ein sehr tapferes Land”

Außenministerin Annalena Baerbock zeigt sich bei einem Besuch in dem schwer zerstörten Kiewer Vorort Irpin beeindruckt vom Mut der Ukrainer im Kampf gegen Russland. “Sie sind ein sehr tapferes Land, und alles, was wir tun können ist, an Ihrer Seite zu stehen”, sagt Baerbock. Sie betritt auch ein völlig zerbombtes Mehrfamilienhaus in der Stadt. “Außenministerin eines Landes im Frieden zu sein, ist einfach. Aber eine ganz andere Sache ist es, Bürgermeister im Krieg zu sein. Mein ganz großer Respekt!”, so die Grünen-Politikern.

Baerbock hatte zuvor auch den Kiewer Vorort Butscha besucht, in dem mehr als 400 Leichen nach dem Abzug der russischen Truppen gefunden worden waren. Baerbock, die von schwer bewaffnetem Sicherheitspersonal geschützt wurde und eine Splitterschutzweste trug, zeigte sich erschüttert angesichts der Verbrechen. Sie ist das erste deutsche Kabinettsmitglied, das seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in die Hauptstadt Kiew reiste. Am Nachmittag ist unter anderem ein Gespräch mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba geplant.

12.28 Uhr: Größte russische Videoplattform Rutube Ziel von massivem Hackerangriff

Die russische Videoplattform Rutube, die sich als Konkurrent des US-Riesen Youtube betrachtet, ist Ziel einer massiven Cyberattacke geworden. “Wir sind tatsächlich mit der größten Cyberattacke in der Geschichte von Rutube konfrontiert”, teilt das Unternehmen via Telegram mit. Die Wiederherstellung des Zugangs werde “mehr Zeit in Anspruch nehmen als die Techniker zunächst dachten”. Beim Aufrufen der Website Rutube.ru erschien am Morgen ein schwarzer Bildschirm, darauf in weißer Schrift ein Hinweis auf die laufenden Wartungsarbeiten. “Die Website wurde gehackt. Aktuell ist die Lage unter Kontrolle. Die Nutzerdaten sind geschützt.”

Laut Rutube ist die Website bereits seit gestern nicht erreichbar. An dem Tag hatte Russland mit einer großen Militärparade den Sieg über Hitler-Deutschland vor 77 Jahren gefeiert. Hinter dem Cyberangriff stünden dieselben Hacker, die “in den vergangenen zwei Monaten immer wieder die Websiten öffentlicher Einrichtungen attackiert” haben, erklärte das Unternehmen.

12.21 Uhr: Niederländischer Außenminister besucht Kiew

Der niederländische Außenminister Wopke Hoekstra ist zu einem unangekündigten Besuch in der Ukraine eingetroffen. Er war gemeinsam mit seiner deutschen Amtskollegin Annalena Baerbock am Morgen nach Kiew gereist, wie das Ministerium über Twitter mitteilt. Hoekstra soll auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi sowie Abgeordneten zusammentreffen. Er hatte am Morgen zunächst eine Vorstadt von Kiew besucht und sich erschüttert über das Ausmaß der Verwüstung gezeigt. “Dies kann nicht ungestraft bleiben”, sagte er. Der Minister versicherte der Ukraine die Unterstützung seines Landes bei der Ermittlung und strafrechtlichen Verfolgung von Kriegsverbrechen. Es ist der erste Besuch eines niederländischen Ministers seit der russischen Invasion am 24. Februar.

12.05 Uhr: Laut Kiew noch mehr als tausend ukrainische Soldaten im Asow-Stahlwerk

In dem von russischen Truppen belagerten Industriekomplex Asow-Stahl in Mariupol befinden sich nach Angaben der ukrainischen Regierung noch mehr als tausend ukrainische Soldaten. “Hunderte sind verletzt”, sagt die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk der Nachrichtenagentur AFP.  Einige der Soldaten seien “schwer verletzt” und müssten “dringend” aus dem Stahlwerk herausgeholt werden, so Wereschtschuk. “Die Situation verschlimmert sich täglich.”

Das Asow-Stahlwerk ist die letzte Bastion des ukrainischen Militärs im zerstörten Mariupol. In dem weitläufigen Industriekomplex mit vielen unterirdischen Anlagen hatten sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine über mehrere Wochen auch hunderte Zivilisten verschanzt. Am Wochenende teilte Wereschtschuk nach einer Reihe von Evakuierungsaktionen dann mit, alle “Frauen, Kinder und älteren Zivilisten” seien aus dem Komplex herausgeholt worden.

11.11 Uhr: Geistlicher bittet Putin um Hilfe in Mariupol

Der hohe ukrainische Geistliche Onufrij bittet Kremlchef Wladimir Putin um eine Rettung der Menschen aus dem Stahlwerk der Hafenstadt Mariupol. Putin solle sich wie ein Christ verhalten und die eingekesselten Zivilisten, die Kämpfer und Sicherheitskräfte auf von der Ukraine kontrolliertes Gebiet oder in Drittstaaten fliehen lassen, so der Vorsteher der größten ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Ein von Russland gewähltes Vermittlerland könne die Mission führen. Der Geistliche bittet Putin, der selbst der russisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats angehört, sich an seine Eltern zu erinnern, die einst in der von der deutschen Wehrmacht belagerten Stadt Leningrad (heute St. Petersburg) um ihr Leben gekämpft hätten. “Die Bewohner von Mariupol und ihre Verteidiger sind heute auch in solch einer Lage”, so Onufrij.

Nach ukrainischen Behördenangaben sollen in dem Stahlwerk noch rund 100 Zivilisten ausharren, viele Menschen hatten die Anlage zuletzt verlassen können. Zudem sollen sich dort nach russischen Angaben mehr als 2000 ukrainische Kämpfer und ausländische Söldner verschanzt haben.

10.31 Uhr: Baerbock trifft zu Besuch in Butscha ein

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ist zu einem Besuch in die Ukraine gereist. Baerbock traf am Morgen in der Stadt Butscha in der Nähe von Kiew ein, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtet. Die Außenministerin sprach demnach mit Bewohnern der Stadt, die zum Synonym für mutmaßliche Kriegsverbrechen der russischen Streitkräfte in der Ukraine geworden ist. Für später ist unter anderem ein Treffen mit ihrem Amtskollegen Dmytro Kuleba geplant. Die Ministerin will zudem die seit Mitte Februar geschlossene deutsche Botschaft in Kiew wiedereröffnen.

Baerbocks Besuch in der Ukraine ist der erste eines Mitglieds der Bundesregierung seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar. Der genaue Termin ihrer Reise war geheimgehalten worden. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte vergangene Woche angekündigt, Baerbock werde “demnächst” in die Ukraine reisen. Zuvor waren die schweren Irritationen infolge der Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die Regierung in Kiew in einem Telefon Steinmeiers mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj ausgeräumt worden.

10.15 Uhr: Ukrainische Schüler laut Umfrage vorrangig in Regelklassen

Geflüchtete Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine lernen einer Umfrage zufolge in Deutschland vorrangig gemeinsam mit Schülern aus Deutschland und nicht in gesonderten Klassen. In einer repräsentativen Befragung von Lehrkräften für die Robert-Bosch-Stiftung gaben 78 Prozent derjenigen, deren Schulen bereits ukrainische Kinder oder Jugendliche aufgenommen haben, an, dass diese ganz oder teilweise in Regelklassen unterrichtet würden. Ausschließlich Unterricht in separaten sogenannten Willkommensklassen gab es lediglich bei 18 Prozent der Befragten.

Im Umfrage-Zeitraum Anfang bis Mitte April hatten die Schulen in Deutschland nach Erhebungen der Kultusministerkonferenz etwa 60.000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine aufgenommen. Inzwischen sind es mehr als 90.000. Neun Prozent der Befragten mit ukrainischen Kindern oder Jugendlichen an der eigenen Schule gaben an, dass es bei ihnen ukrainischsprachige Übersetzer gibt, sieben Prozent hatten ukrainische Lehrkräfte, 80 Prozent sagten, es gebe weder Übersetzer noch ukrainische Lehrkräfte.

8.12 Uhr: Verstärkte Kämpfe im Osten und Süden der Ukraine

Im Osten und im Süden der Ukraine werden die Kämpfe nach ukrainischen Angaben heftiger. Im Donbass bereiteten sich die russischen Truppen weiterhin auf Vorstöße in den Regionen Lyman und Sewerodonezk vor, teilt der ukrainische Generalstab mit. Das Asow-Stahlwerk in der südukrainischen Hafenstadt Mariupol werde weiter mit Artillerie und aus der Luft angegriffen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen zahlreiche Lkw mit Soldaten und schwerer Ausrüstung, die aus der Stadt Sewerodonezk herausfuhren, einer der letzten östlichen ukrainischen Bastionen. Dies könnte auf einen Rückzug der ukrainischen Truppen aus Teilen des Frontgebiets hindeuten.

6.02 Uhr: US-Verteidigungsministerium bestätigt Deportierung von Ukrainern nach Russland

Das US-Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass Ukrainer von russischen Truppen gewaltsam nach Russland gebracht werden. “Ich kann nicht sagen, wie viele Lager es gibt oder wie sie aussehen”, so Pentagon-Sprecher John Kirby. “Aber wir haben Hinweise darauf, dass Ukrainer gegen ihren Willen nach Russland gebracht werden.” Dieses Verhalten sei “skrupellos”.

Laut der Menschenrechtsbeauftragten des ukrainischen Parlaments, Ljudmila Denissowa, wurden seit Kriegsbeginn “mehr als 1,19 Millionen unserer Bürger, darunter mehr als 200.000 Kinder, in die Russische Föderation deportiert”. Die Angaben lassen sich nicht von unabhängiger Seite verifizieren.

2.10 Uhr: Tote und Verletzte bei russischen Raketenangriffen auf Odessa

Bei russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind in der Nacht mindestens ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden. Das berichtet die Agentur Unian unter Berufung auf die örtliche Militärführung. “Der Feind hält seinen psychologischen Druck aufrecht und setzt seine hysterischen Attacken gegen friedliche Zivilisten und die zivile Infrastruktur fort”, heißt es. Die Stadt wurde von zahlreichen Explosionen erschüttert, die sowohl auf Raketeneinschläge als auch die Luftabwehr zurückzuführen waren. Nach Medienberichten wurden unter anderem ein Einkaufszentrum und ein Warenlager getroffen. Die Hafenstadt im Süden der Ukraine ist seit Sonntagabend Ziel verstärkter russischer Raketenangriffe.

1.05 Uhr: Rheinmetall kann Kiew in drei Wochen erste Marder-Panzer liefern

Der Rüstungskonzern Rheinmetall kann nach eigenen Angaben die ersten instandgesetzten Schützenpanzer vom Typ Marder in drei Wochen liefern. “Wir warten auf die endgültige Entscheidung der Regierung. Aber es gibt derzeit genügend Länder, die diese Fahrzeuge haben wollen, nicht nur die Ukraine”, so Vorstandschef Armin Papperger in der “Süddeutschen Zeitung”.  Der Bundestag hatte die Lieferung auch schwerer Waffen an die Ukraine Ende April genehmigt. Allerdings hält sich die Bundesregierung mit Angaben zu einzelnen Waffentypen wie zum Beispiel Leopard-Kampfpanzern oder Marder-Schützenpanzern bedeckt. Rheinmetall verfügt über Bestände gebrauchter Panzer, die für den Einsatz wieder aufbereitet werden können. “Vor vier Wochen haben wir bereits damit begonnen, obwohl es noch keinen konkreten Auftrag gibt. Wir machen das also auf eigenes Risiko”, so Papperger, der in den vergangenen Wochen bereits in zahlreichen Interviews die Werbetrommel für den Düsseldorfer Rüstungskonzern gerührt hat.

0.13 Uhr: Biden unterzeichnet Gesetz für Rüstungslieferungen an Ukraine

US-Präsident Joe Biden unterzeichnet ein Gesetz, das die Lieferung von Rüstungsgütern an die Ukraine und andere osteuropäische Staaten erleichtert. Es sei ein “wichtigens Instrument zur Unterstützung der ukrainischen Regierung und des ukrainischen Volkes in ihrem Kampf zur Verteidigung ihres Landes und ihrer Demokratie” gegen den Krieg von Russland Putin, so Biden. “Die Kosten des Kampfes sind nicht gering. Aber ein Nachgeben gegenüber der Aggression ist noch teurer.” Der ukrainische Präsident Selenskyj nennt das Gesetz einen “historischen Schritt”. Die Ukraine sei dankbar, twittert er. “Ich bin sicher, dass wir wieder gemeinsam gewinnen. Und wir werden die Demokratie in der Ukraine verteidigen. Und in Europa. Wie vor 77 Jahren.”

Biden wird durch die Regelung bis 2023 ermächtigt, der Ukraine und anderen Staaten in Osteuropa, die vom russischen Angriffskrieg betroffen sind, militärische Ausrüstung zu leihen oder zu verpachten. Bestimmte formale Anforderungen beim Prozedere sollen ausgesetzt werden. Ein ähnliches Leih- und Pachtgesetz hatte der US-Kongress 1941 während des Zweiten Weltkriegs verabschiedet: Dies erlaubte es Amerika, zügig und in großem Umgang Rüstungsgüter an Alliierte im Kampf gegen die Nationalsozialisten zu liefern.

0.10 Uhr: Russland setzt laut Ukraine Kinschal-Raketen gegen Odessa ein

Die russische Luftwaffe hat gestern Abend nach Darstellung des ukrainischen Militärs mehrere Hyperschallraketen vom Typ Kinschal auf die Hafenstadt Odessa gefeuert. Dabei seien mehrere “touristische Objekte” getroffen und mindestens fünf Gebäude zerstört worden, berichtet die “Ukrajinska Prawda”. Auch ein Einkaufszentrum sei beschädigt, schreibt eine regionale Onlineseite. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Die Suche nach weiteren Opfern unter den Trümmern dauere an.

0.02 Uhr: Selenskyj hofft auf baldigen EU-Beitritt 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, dass seinem Land schon im Juni der Status eines EU-Beitrittskandidaten zuerkannt wird. “Heute haben wir auf unserem Weg in die Europäische Union einen weiteren Schritt gemacht, einen wichtigen und nicht nur formalen”, sagt Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Sein Land habe am Montag die zweite Hälfte der Antworten auf den Fragebogen übergeben, den jeder Staat für den Mitgliedschaftsantrag ausfüllen muss. “Das dauert üblicherweise Monate, aber wir haben das innerhalb von Wochen erledigt.” Er habe am Montag sowohl mit EU-Ratspräsident Charles Michel als auch mit Kommissionschefin Ursula von der Leyen über die europäische Integration der Ukraine gesprochen, so Selenskyj. Beide seien beeindruckt gewesen von der schnellen Beantwortung des Fragebogens. “Und es hat mich gefreut, von ihr (von der Leyen) zu hören, dass unsere Geschwindigkeit die EU-Kommission stimulieren wird, ebenso schnell zu handeln.” Er rechne mit einer positiven Antwort und dem Status des Beitrittskandidaten für die Ukraine im Juni.

mad / fr / wue
DPA
AFP

source site-3